Der Küste entlang Richtung Norden
Drei Monate waren wir betreffend der Covid-19 Pandemie in Coogee gestrandet. Es gibt keine neuen Fälle von Covid-19 in Westaustralien. Reisen in die anderen australischen Staaten ist zurzeit nicht möglich, die Grenzen bleiben vorerst geschlossen. Es gibt aber noch vieles zu entdecken in WA auf 2'646'000 km2 (ca. 60 Mal so gross wie die Schweiz).
Wenn wir schon mal bei Zahlen angelangt sind.
Flächen: Stadt Perth mit 6’418 km2, im Vergleich in etwa Kanton Bern und Luzern zusammen.
Einwohnerzahlen: Schweiz 8,6 Mio. zu Westaustralien mit 2,5 Mio. wobei 1.98 Mio. in Perth leben.
Bevölkerungsdichte: Hier in WA hat ein Einwohner 1 km2 Platz zur Verfügung und in der Schweiz teilen 207 Personen die 1 km2.
Covid-19 Fälle: in WA 611 / Schweiz 31’851
Soviel zu Statistiken.
Unsere Reise geht weiter, von Coogee gemütlich der Küste entlang Richtung Norden bis zur Big Lagoon im Francoise-Peron-Nationalpark.
Wir verbringen Zeit in der gelben Sand-Wüste im "Nambung" Nationalpark. Laufen zwischen tausenden riesiger Kalksteinsäulen den sogenannten "Pinnacles" umher. Im "Kalbarri" Nationalpark, kucken wir durch das "Natural Window" und in schwindelerregender Höhe vom neu eröffneten "Skywalk" runter. Wir schlendern durch schneeweisse, cremefarbene und tiefrote Dünen. Beobachten Delfine beim Spielen, schauen Kängurus beim Grasen zu. Ups, Emu’s wackeln in zickzack vor uns über die Strasse. Am Strand finden wir vom Meer angeschwemmt, bezaubernde Muscheln und Schneckenhäuser, waten über angespültes Seegras. Der Küste entlang, ab "Lucky Bay Shacks" bis nach Kalbarri, beobachten wir mächtige Wellen. Diese ziehen uns in einen Bann und verzaubern uns völlig, dass wir fast nicht mehr aufhören können zuzusehen wie sie sich langsam aufbauen, brechen, überschlagen und mit Getöse in Ufernähe ins Nichts auflösen.
Während der Winterzeit türmen sich Berge von Seegras an vielen Stränden bis zu einem Meter hoch auf. Die Winterstürme (Zyklons) mit Winden bis über 120 km/h und Meter hohe Wellen reissen das Seegras aus der Verankerung am Meeresboden. Es liegt oft ein übler Duft in der Luft.
Wir geniessen traumhaft schöne Sonnenuntergänge. Jedes Mal wird ein wunderschönes und unterschiedliches Bild an den Himmel gemalt, wenn die Sonne langsam im Meer versinkt. Die Nächte sind tiefschwarz und wir schlafen unter einem riesigen Sternenzelt. Für australische Verhältnisse wird es in der Nacht bittere 10 Grad kalt. Oft bläst ein eisiger, starker Wind, begleitet mit heftigem Regenschauer. Tagsüber strahlt die Sonne am blauen Himmel und wir geniessen die angenehme Temperatur bei rund 24 Grad.
Wir verbringen unvergessliche Tage an der "Big Lagoon" in unserem liebsten Nationalpark dem "Francoise Peron NP". Marco geniesst das Fischen, er fängt Squid’s (Calamares) und einen "Flathead" (Katzenwels) und zaubert ein wunderbares Abendessen damit. Ich (Gabi) mache lange Spaziergänge, bin ganz allein unterwegs. Es ist so unbeschreiblich still hier, dass ich den Sand unter den Füssen beim Gehen knistern höre. Ab und zu zwitschert ein kleiner Vogel oder ich vernehme, wie die "munzig" kleinen Wellen in der Lagune aufs Ufer treffen. Diese einzigartige Stille ist so wunderbar, dass man sich darin verliert.
Die kleinen Plätze an der Küste zum Übernachten sind Oasen der Natur. Wir geniessen es dem Trubel zu entfliehen und in dieser wunderschönen Natur zu sein.